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DSM
IV ICD-10
Texte
von Betroffenen und Eltern
Das Asperger-Syndrom
Diagnosekriterien
des Asperger Syndroms von ICD-10 (Weltgesundheitsorganisation) 1993
A: Es existiert
keine klinisch bedeutsame allgemeine Verzögerung in der gesprochenen
oder rezeptiven Sprache oder in der kognitiven Entwicklung. Die Diagnose
verlangt, daß bis zum Alter von zwei Jahren oder früher einzelne
Worte gesprochen werden können, und daß bis zum Alter von
drei Jahren oder früher kommunikative Redewendungen benutzt werden.
Fähigkeiten zur Selbsthilfe, anpassungsfähiges Verhalten und
Wißbegierde in Bezug auf das Umfeld sollten um das dritte Lebensjahr
herum auf einem mit der normalen intellektuellen Entwicklung übereinstimmenden
Niveau liegen. Dennoch können motorische Meilensteine etwas verzögert
sein, und die motorische Unbeholfenheit ist die Regel (obwohl kein notwendiges
diagnostisches Merkmal). Es bestehen häufig einzelne spezielle
Fertigkeiten, die sich meist auf abnorme Beschäftigung beziehen,
aber sie sind für die Diagnose nicht relevant.
B: Qualitative
Abnormitäten in der wechselseitigen sozialen Interaktion zeigen
sich in mindestens zwei der folgenden Merkmale:
- Unvermögen,
einen angemessenen Blickkontakt herzustellen und aufrechtzuerhalten,
Mängel in Mimik und Körperhaltungen, Mängel in der
Gestik zur Regulierung der sozialen Interaktion;
- Unvermögen
(in einer dem geistigen Alter entsprechenden oder trotz ausreichender
Gelegenheiten), Beziehungen zu Gleichaltrigen zu entwickeln, die das
Teilen von Interessen, Aktivitäten und Emotionen betreffen;
- Mangel an sozio-emotionaler
Gegenseitigkeit, die sich in einer unzulänglichen oder von der
Norm abweichenden Reaktion auf die Emotionen anderer Menschen zeigt;
oder der Mangel an Verhalltensmodulation gemäß dem sozialen
Kontext; oder eine geringe Integration der sozialen, emotionalen und
kommunikativen Verhaltensweisen;
- fehlender spontaner
Wunsch, mit anderen Menschen Vergnügen, Interessen und Errungenschaften
zu teilen (z.B. mangelndes Interesse, anderen Menschen Gegenstände,
die dem Betroffefen wichtig sind, herzbringen oder darauf hinzuweisen;
C: Der Betroffene
legt ein ungewöhnlich starkes, sehr spezielles Interesse oder begrenzte,
repetitive und stereotype Verhaltensmuster, interessen und Aktivitäten
an den Tag, die sich in mindestens einem der folgenden Bereiche manifestieren:
- einer konzentrierten
Beschäftigung mit stereotypen und begrenzten Interessensmustern,
die in Inhalt oder Gebiet abnorm sind; oder eine oder mehrere Interessen,
die in ihrer Intensität und ihrer speziellen Natur, aber nicht
in Inhalt oder Gebiet begrenzt sind;
- offenkundige
zwanghafte Befolgung spezifischer, nonfunktionaler Routinen oder Rituale;
stereotype und repetitive motorische Manierismen, die entweder das
Flattern oder Drehen mit Händen oder Fingern oder komplexe Ganzkörperbewegungen
mit einschließen;
- Beschäftigungen
mit Teil-Objekten oder nonfunktionalen Elementen oder Spielmaterialien
(wie den dazugehörigen Farben, dem Gefühl, das die Oberfläche
vermittelt, oder dem Geräusch/der Vibration, das sie hervorrufen).
Doch kommt es seltener vor, daß diese Merkmale motorische Manierismen
oder Beschäftigungen
mit Teil-Objekten oder nonfunktionalen Elementen der Spielmaterialien
einschließen.
D: Die Störung
ist den anderen Varianten der tiefgreifenden Entwicklungsstörung
nicht zuzuschreiben, wie: einfache Schizophrenie, schizo-typische Störung,
Zwangsstörung, anankastische Persönlichkeitsstörung,
reaktive und enthemmte Bindungsstörungen der Kindheit.
Weitere Diagnosekriterien
(Gillberg und Gilberg, Szatmari, Bremner und Nagy sowie die ASAS (australische
Einschätzungsskala für das Asperger-Syndrom) finden Sie hier
auf Dianas
Webseite
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